Was wird das Jahr 2007 Deutschland politisch bringen? Ein Blick über die Jahresgrenze.

Nachdem sich der Innenminister Bayerns G. (Unit) Beckstein und der niedersächsische Innenminister Uwe (50¢) Schünemann darauf verständigt haben, eine »Lex Killerspieliensis« zu verabschieden, ziehen auch die anderen Bundesländer nach. Da es für Beckstein mehr als nachgewiesen gilt, dass in jedem Killerspieler ein potenzieller Amokläufer »schläft«, werden verschärfte Bedingungen vereinbart. Nach einer bundesweiten Verordnung dürfen dann in Privathaushalten nur noch Rechner mit einer Taktfrequenz von maximal 800 Mhz stehen, und das einzig erlaubte Betriebsystem ist Windows 95. Bei einer Zuwiderhandlung wird der Betreffende in Beugehaft genommen. Killerspiele finden den Weg nicht mehr in Verkauf, auch nicht mit einer Altersbeschränkung, der Handel, Besitz und Erwerb wird unter Strafe gestellt, Mindeststrafmaß ist ein Jahr ohne Bewährung und die selektive Entziehung der Bürgerrechte. Ausnahme sind die auf bundeswehreigenem Gelände gestatteten Lern- und Erfolgskontrollüberprüfungen. Die Bundeswehr verzeichnet einen Ansturm, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung kann nun für alle Krisenregionen der Welt Einsatzkräfte bereit stellen. Aufbauend auf eine lange Tradition an Erfahrungen in außerstaatlichen Kampfgebieten, wird die Bundeswehr immer mehr ein Vorzeigeexportartikel der Regierung Merkel. Leichte Zweifel der Opposition werden als altsozialistisches Duckmäusertum zurückgewiesen.
Um die Sicherheit der einzelnen Bürger zu schützen und zu erhöhen, einigt man sich im Bundesparlament darauf, das Waffengesetz zu modifizieren. Für den normalen Bürger wird, nach einem komplette Datenscreening seiner Person, es nun wesentlich vereinfacht halbautomatische und automatische Waffen zu erwerben und zu besitzen. Auch wird das Mitführen von Waffen in der Öffentlichkeit entschärft.
Positiver Nebeneffekt: Die deutsche Wirtschaft prosperiert, da Kauf- und Verhandlungsgespräche zielführender werden und viele Geschäfte auf Druck der Käuferschichten ihre Preise so korrigieren, dass die Bruttopreise denen vor der Mehrwertsteuererhöhung entsprechen. Zeitgleich sinken, nach empirischen Erhebungen der Bundesregierung, die Straftaten mit Waffenhintergrund.
Für seinen unermüdlichen und kämpferischen Einsatz wird Innenminister Beckstein der höchste bayerischer Verdienstorden, der weiß-blaue Wolpertinger, verliehen.

Auch in der Frage der Kopftuchdebatte zeichnet sich eine Lösung ab. Hier sind wieder die Ministerpräsidenten und Innenminister der Bundesländer Bayern, BaWü und NRW federführend. Es gibt ein generelles Kopftuchverbot. Um aber den Kollisionen mit dem Grundgesetz zu entgehen, werden andere Berufsstände dazu verpflichtet, sich diesem Kopftuchdekret zu unterwerfen. So findet man, von nun an, auch in Krankenhäusern, speziell den OPs, als auch im Nahrungsmittelsektor, dort wo produziert wird und in der Kleinelektronikindustrie und der Pharmazieindustrie, kein Kopftuch oder – schutz mehr.
Als Ausgleich werden Männer in den Berufen, in denen es eine gemischtgeschlechtliche Mitarbeiterschaft gibt, dazu verpflichtet Röcke zu tragen.

Ein typischer Politikerreflex ist es, passenden Maßnahmen gegen gesellschaftliche Entwicklung durchzusetzen. Hier tut sich Wolfgang Amadeus Schäuble, der Mann der leisen und gesitteten Töne, hervor. Aufgrund der Brutalität an den Schulen, besonders der Hauptschulen, wird ein von ihm eingebrachter Gesetzesvorschlag angenommen, dass die Bundeswehr nun auch an den (Haupt)schulen ihren Einsatzbereich bekommt. Durch den glücklicherweise massiven Ansturm an Wehrwilligen, stellt dies mittlerweile keine personelle Belastungsgrenze für die deutsche Armee mehr dar.
Unglücklicherweise wurde im Eifer des Aktionismus übersehen, dass der Einsatz der Bundeswehr an Berliner Hauptschulen einer parlamentarischen Zustimmung bedarf, da es sich dort ja um einen Auslandseinsatz handelt. Doch hier springt glücklicherweise der große Verbündete Amerika, in Person der UN, in die Bresche und stellt der deutschen Regierung eine Generalvollmacht aus. Schäubles Schäfchen sind im Trockenen, ihm wird am Ende des Jahres der Bambi für sein Lebenswerk verliehen.

Zu guter Letzt kommt Bewegung in die Frage der Bestrafung von Schwerkriminellen, insbesondere von Sexualstraftätern. Hier wird das Strafmaß auf Anraten der Strafrechtskommission einfach auf lebenslänglich ohne vorzeitige Haftentlassungsmöglichkeit angehoben. Die Ansicht, dass sich die möglichen Straftäter von derart hohen Strafmaßen von der Tat abhalten lassen, bestätigt sich. Die Formel »Strafmaß schaltet Triebhaftigkeit aus« geht auf, die unglaublich hohe und belastende Quote von 0,8% an den Gesamtstraftaten sinkt auf unerwartet niedrige 0,76%, niemand hatte mit so einem schnellen Erfolg gerechnet. Zusätzlich beschließen die Justizminister der Länder, dass alle Sexualstraftäter bundeseinheitliche in die neugegründete JVA Dosenburg verlegt werden, um gleichartige Haftbedingungen zu gewährleisten.