Praktiker’ische Anwendung der falschen Rechtschreibung

Praktiker Werbung

Eines der unzähligen Beispiele, dass seit der Rechtschreibreform gedacht wird, alle SZ-Konstrukte werden durch Doppel-S ersetzt. Das ist aber auf keinen Fall so, denn wie aus dem § 25 des Amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung hervorgeht,

Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.

muss es hier “Außer” heißen. Diphthonge sind Doppelvokale, also “au, eu, ei” usw. Zusätzlich peinlich ist, dass das Wort “außer” weder vor noch nach der Rechtschreibreform in einer anderen Form als mit “ß” geschrieben wurde.

Natürlich kann so ein Fehler mal passieren, in der geschriebenen Sprache, aber bei einem Unternehmen wie Praktiker, das für diese Werbung eine Agentur beauftragt haben wird, ist es einfach ein ganz peinliches Zeugnis. Wie für die Agentur selbst natürlich auch. Zeigt es doch, dass nicht genügend Kompetenz im Bereich Orthographie vorhanden ist, denn dieser Fehler hätte auffallen müssen. Und zwar bevor die Werbung lanciert wurde.

Na ja, Hauptsache billig, anscheinend auch bei der Werbung. Vielleicht gibt es ja demnächst als Sonderaktion bei Praktiker das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung auch 20% billiger. Dass Schüler immer mehr Probleme bekommen die richtige Rechtschreibung anzuwenden, darf einen nicht verwundern. Würde man den PISA-Test für die Sprache mal für Erwachsene in relevanten Berufsfeldern machen, ich befürchte, das Ergebnis würde schrecklich ernüchternd ausfallen.

Kurz notiert: Jupp Derwall wird 80

Der ehemalige Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, die er von 1978-1984 trainierte, Jupp Derwall, wird heute 80 Jahre. Trotz einiger Erfolge als Bundestrainer, Europameister 1980, Vizeweltmeister 1982, musste Derwall nach dem frühen Ausscheiden bei der EM 1984 als erster Bundestrainer frühzeitig seinen Hut nehmen. In der Tükei konnte er dann später mit Galatasaray Instanbul noch zwei Mal die türkische Meisterschaft und einmal den Pokal gewinnen.

Diese kleine Randnotiz musste ich schreiben, um den damals populären Witz noch mal bringen zu können:
Welches Säugetier versteht nichts von Fußball? — Jupp der Wal!

So, Niveauerhöhung für heute: Erledigt!

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BGH-Urteil zur Frage des Impressums auf Internetseiten

Mit dem Urteil vom 20.07.2006 (Az. :I ZR 228/03) hat der BGH eine eindeutige Richtung in der Frage zur Impressumsanbringung vorgegeben.
In erster Instanz hatte die Frankfurter Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. gegen den Inhaber der Domain »aerztlichepraxis.de« geklagt. Die Frankfurter Zentrale hatte beanstandet, dass das Impressum nur über den Link »Kontakt« und dann den weiteren Link »Impressum« zu erreichen sei. Nach Annahme der Wettbewerbszentrale handelte es sich um einen Verstoß gegen § 6 TDG (Teledienstleistungsgesetz) und § 10 MDStV (Mediendienst Staatsvertrag), da der Begriff »Kontakt« angeblich missverständlich sei und die Anbieterkennung auch nicht unmittelbar erreichbar sei. Dieser Ansicht folgte das LG München. Daraufhin ging der Domaininhaber in Berufung. Hier entlang zum Weiterlesen »

Die Rede eines ganz Großen

Habe mal wieder die Passage aus Charlie Chaplin’s »The Great Dictator« gesehen, die Rede ist großartig. Muss ich einfach mal online stellen.

I’m sorry, but I don’t want to be an emperor. That’s not my business. I don’t want to rule or conquer anyone. I should like to help everyone if possible – Jew, Gentile – black man – white.
We all want to help one another. Human beings are like that. We want to live by each other’s happiness – not by each other’s misery. We don’t want to hate and despise one another. In this world there’s room for everyone and the good earth is rich and can provide for everyone.
The way of life can be free and beautiful, but we have lost the way. Greed has poisoned men’s souls – has barricaded the world with hate – has goose-stepped us into misery and bloodshed. We have developed speed, but we have shut ourselves in. Machinery that gives abundance has left us in want. Our knowledge has made us cynical; our cleverness, hard and unkind. We think too much and feel too little. More than machinery we need humanity. More than cleverness, we need kindness and gentleness. Without these qualities, life will be violent and all will be lost.
The aeroplane and the radio have brought us closer together. The very nature of these inventions cries out for the goodness in man – cries for universal brotherhood – for the unity of us all. Even now my voice is reaching millions throughout the world – millions of despairing men, women, and little children – victims of a system that makes men torture and imprison innocent people. To those who can hear me, I say: ‘Do not despair.’ The misery that is now upon us is but the passing of greed – the bitterness of men who fear the way of human progress. The hate of men will pass, and dictators die, and the power they took from the people will return to the people. And so long as men die, liberty will never perish.
Soldiers! Don’t give yourselves to brutes – men who despise you and enslave you – who regiment your lives – tell you what to do – what to think and what to feel! Who drill you – diet you – treat you like cattle, use you as cannon fodder. Don’t give yourselves to these unnatural men – machine men with machine minds and machine hearts! You are not machines! You are not cattle! You are men! You have the love of humanity in your hearts. You don’t hate, only the unloved hate – the unloved and the unnatural!
Soldiers! Don’t fight for slavery! Fight for liberty! In the seventeenth chapter of St Luke, it is written the kingdom of God is within man not one man nor a group of men, but in all men! In you! You, the people, have the power – the power to create machines. The power to create happiness! You, the people, have the power to make this life free and beautiful – to make this life a wonderful adventure. Then in the name of democracy – let us use that power – let us all unite. Let us fight for a new world – a decent world that will give men a chance to work – that will give youth a future and old age a security.
By the promise of these things, brutes have risen to power. But they lie! They do not fulfil that promise. They never will! Dictators free themselves but they enslave the people. Now let us fight to fulfil that promise! Let us fight to free the world – to do away with national barriers – to do away with greed, with hate and intolerance. Let us fight for a world of reason – a world where science and progress will lead to all men’s happiness. Soldiers, in the name of democracy, let us unite!

König von Deutschland

Ich will sein, anders kann ich nicht sein

Heute vor 10 Jahren verstarb einer der größten deutschen Gegenwarts- und Populärmusiker. Rio Reiser, mit bürgerlichem Namen Ralph Christian Möbius. Geboren am 9. Januar 1950 in Berlin, war seine Kindheit geprägt von dem ständigen Umziehen mit seiner Familie (sein Vater war Ingenieur bei der Siemens AG). Bedingt durch diesen Umstand konnte sich Rio nie an einem Platz heimisch fühlen und suchte sich schon als Jugendlicher die Musik als Platz, an dem er für sich ein zuhause fand.

Von Anfang der 70er Jahre bis Mitte der 80er spielte Rio in der Band “Ton Steine Scherben”, dessen Mastermind er auch war. Mit Liedern wie “Keine Macht für Niemand” und “Macht kaputt, was euch kaputt macht” wurden die Scherben die musikalische Speerspitze der deutschen Linken. Die sozialkritischen und politischen Lieder waren aber auch immer von einer beeindruckenden Emotionalität Rios geprägt und zeigten, dass die Verwurzelung und Auseinandersetzung mit den Themen ein wirkliches Anliegen der Scherben waren. Hier entlang zum Weiterlesen »

Leckeres Hühnersüppchen gefällig?

Na, ob das so richtig schmecken wird?

Hühnersüppchen
Klick auf’s Bild, Dummerchen.