Der erste gewählte Präsident Kosovos ist am Samstag, den 21.01.2006, in Priština/Kosovo verstorben.

Rugova, der seit März 2002, der erste Präsident der unter Uno-Mandat stehende Provinz Kosovo war, litt schon längere Zeit an Lungenkrebs, was ihn aber nicht aufhielt weiter an der Zukunft Kosovos mitzuwirken und diese entscheidend zu bestimmen.

Zehn Jahre lang leistet er der zentralistischen Hegemonialbestrebung Milosevic (Serbien) gewaltlosen Widerstand und war damit der Gegenpol zu der gewaltbereiten UÇK. Aus diesem Grund der Gewaltlosigkeit bekam er auch den Beinamen „Gandhi des Balkans“.

1944 geboren in Cerrcë/Kosovo, studierte er Philosophie an der Universität in Priština/Kosovo und promovierte 1984. 1988 wurde er Präsident der Schriftstellerverbandes und kam über die Literatur zur Politik. Er gründete 1989, als Antwort auf Milosevics Aufhebung der Autonomie des Kosovo, die Liga des Kosovo (LDK), die die Unabhängigkeit des Kosovo zum Ziel hatte.
Am 2. Juli 1990 proklamierte der Kosovo seine Unabhängigkeit von der jugoslawischen Staatengemeinschaft.
Am 24. Mai 1992 wurde er in einer, von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannten, Wahl zum Präsidenten gewählt und 1998 bestätigt.
Unter seiner Führung bauten die Kosovaren ein paralleles Verwaltungs-, Gesundheits- und Bildungssystem auf. Rugova setzte sich immer für eine gewaltfreie Lösung des Konfliktes mit Serbien ein, so dass die LDK bei den von der UNO ausgerufenen freien Parlamentswahlen 2001 den Sieg davon trug.
Rugova wurde aber erst am 4. März 2002 zum provisorischen Präsidenten von der Partei bestätigt, da es vorher parteiintern Konflikte gab.

Leider wird Rugova die Früchte seiner Arbeit nicht mehr miterleben können. In den kommenden Wochen sollen nämlich Verhandlungen über den zukünftigen Status Kosovos in Wien aufgenommen werden.