Praktiker’ische Anwendung der falschen Rechtschreibung

Praktiker Werbung

Eines der unzähligen Beispiele, dass seit der Rechtschreibreform gedacht wird, alle SZ-Konstrukte werden durch Doppel-S ersetzt. Das ist aber auf keinen Fall so, denn wie aus dem § 25 des Amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung hervorgeht,

Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.

muss es hier “Außer” heißen. Diphthonge sind Doppelvokale, also “au, eu, ei” usw. Zusätzlich peinlich ist, dass das Wort “außer” weder vor noch nach der Rechtschreibreform in einer anderen Form als mit “ß” geschrieben wurde.

Natürlich kann so ein Fehler mal passieren, in der geschriebenen Sprache, aber bei einem Unternehmen wie Praktiker, das für diese Werbung eine Agentur beauftragt haben wird, ist es einfach ein ganz peinliches Zeugnis. Wie für die Agentur selbst natürlich auch. Zeigt es doch, dass nicht genügend Kompetenz im Bereich Orthographie vorhanden ist, denn dieser Fehler hätte auffallen müssen. Und zwar bevor die Werbung lanciert wurde.

Na ja, Hauptsache billig, anscheinend auch bei der Werbung. Vielleicht gibt es ja demnächst als Sonderaktion bei Praktiker das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung auch 20% billiger. Dass Schüler immer mehr Probleme bekommen die richtige Rechtschreibung anzuwenden, darf einen nicht verwundern. Würde man den PISA-Test für die Sprache mal für Erwachsene in relevanten Berufsfeldern machen, ich befürchte, das Ergebnis würde schrecklich ernüchternd ausfallen.

Kurz notiert: Stoiber kommentiert messerscharf

Zu der Entlassung der ehemaligen RAF-Terroristin B. Mohnhaupt äußert sich der Noch-Landesvater der Bayern so: »[…] eine Provokation für das Rechtsgefühl der breiten Mehrheit«, formaljuristisch sei die Freilassung der 57-Jährigen zwar in Ordnung, so Stoiber, »[…] aber sie widerspricht dem Rechtsempfinden von mindestens 80 Prozent der Menschen in Deutschland«.

Interessant. — Also ist es legitim das Recht in Richtung der Volksmeinung zu beugen? Dann dürfte sich auch die Frage stellen, ob die Steuergesetze, die von der Mehrheit der Bevölkerung gebeugt wird, dann auch einfach keine Gültigkeit besitzen sollen. Eigenartigen Ansatz den Stoiber dabei hat … aber es hat bestimmt nichts damit zu tun, dass ihm die Volksnähe so wichtig ist.

Umsonst — da klick’ ich doch mal gerne

Mittlerweile gibt es unzählige Seiten, die mit einem vermeintlich kostenlosen Angebot locken, um dann den unbedarften Anwender das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Systematik ist immer eine ähnliche. Der potenzielle Kunde wird mit einem vermeintlichen Freiangebot gelockt, sei es in Form einer kostenfreien Dienstleistung oder eines Gewinnspiels.
Gemeinsam haben diese Seite eine relativ gleiche gestalterische Aufmachung, so dass es sich nach ein-, zweimal leicht erkennen lässt, ob man sich auf einer dieser entsprechenden Seiten befindet.
Inhaltlich drehen sich die Seiten um Kochrezepte, Gedichte, Routenplaner, Lebenserwartung, Namenforschung, freie SMS übers Internet, IQ-Vergleiche u.ä.
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Kurz notiert: Jupp Derwall wird 80

Der ehemalige Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, die er von 1978-1984 trainierte, Jupp Derwall, wird heute 80 Jahre. Trotz einiger Erfolge als Bundestrainer, Europameister 1980, Vizeweltmeister 1982, musste Derwall nach dem frühen Ausscheiden bei der EM 1984 als erster Bundestrainer frühzeitig seinen Hut nehmen. In der Tükei konnte er dann später mit Galatasaray Instanbul noch zwei Mal die türkische Meisterschaft und einmal den Pokal gewinnen.

Diese kleine Randnotiz musste ich schreiben, um den damals populären Witz noch mal bringen zu können:
Welches Säugetier versteht nichts von Fußball? — Jupp der Wal!

So, Niveauerhöhung für heute: Erledigt!

Zündel nicht an der Demokratie

Unbelehrbare wird es immer geben, gerade auch in einer Demokratie. Das Recht auf seine eigene Meinung ist nun mal eins der Wesensgehalte der Demokratie. Unabänderlich, immer fortbestehend.

Einer dieser Unbelehrbaren, ewig Gestrigen ist Ernst Zündel, 67, Antisemit und Holocaustleugner. Auch das in dieser Woche gegen ihn gesprochene Urteil wird daran nichts ändern. Gar nichts. Eher im Gegenteil. In der politischen Flur, dort wo der Sumpf so morastig und braun ist, werden solche Leute, werden solche Entscheidungen gefeiert, denn sie machen Menschen wie Zündel zu einem Märtyrer, einen, der sich für seine Ansichten verurteilen und bestrafen lässt. Hier entlang zum Weiterlesen »

Ausblick auf das Jahr 2007

Was wird das Jahr 2007 Deutschland politisch bringen? Ein Blick über die Jahresgrenze.

Nachdem sich der Innenminister Bayerns G. (Unit) Beckstein und der niedersächsische Innenminister Uwe (50¢) Schünemann darauf verständigt haben, eine »Lex Killerspieliensis« zu verabschieden, ziehen auch die anderen Bundesländer nach. Da es für Beckstein mehr als nachgewiesen gilt, dass in jedem Killerspieler ein potenzieller Amokläufer »schläft«, werden verschärfte Bedingungen vereinbart. Nach einer bundesweiten Verordnung dürfen dann in Privathaushalten nur noch Rechner mit einer Taktfrequenz von maximal 800 Mhz stehen, und das einzig erlaubte Betriebsystem ist Windows 95. Bei einer Zuwiderhandlung wird der Betreffende in Beugehaft genommen. Killerspiele finden den Weg nicht mehr in Verkauf, auch nicht mit einer Altersbeschränkung, der Handel, Besitz und Erwerb wird unter Strafe gestellt, Mindeststrafmaß ist ein Jahr ohne Bewährung und die selektive Entziehung der Bürgerrechte. Ausnahme sind die auf bundeswehreigenem Gelände gestatteten Lern- und Erfolgskontrollüberprüfungen. Die Bundeswehr verzeichnet einen Ansturm, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung kann nun für alle Krisenregionen der Welt Einsatzkräfte bereit stellen. Aufbauend auf eine lange Tradition an Erfahrungen in außerstaatlichen Kampfgebieten, wird die Bundeswehr immer mehr ein Vorzeigeexportartikel der Regierung Merkel. Leichte Zweifel der Opposition werden als altsozialistisches Duckmäusertum zurückgewiesen. Hier entlang zum Weiterlesen »

Pinochet — Abgang eines Tyrannen

Augusto José Ramón Pinochet Ugarte, geboren am 25. November 1915, verstarb am 10. Dezember 2006, in Santiago de Chile, nachdem er am Morgen des 3. Dezember einen Herzinfarkt erlitten hatte. Der 91-jährige war vom 11. September 1973 bis zum 11. März 1990 Diktator Chiles, durch eine Militärjunta gestützt, wobei er er später formal Präsident war (faktisch ohne jemals gewählt worden zu sein).

An die Macht gelangte Pinochet durch einen Militärputsch gegen Salvador Allende, den damaligen sozialistischen Präsidenten Chiles, unterstützt auch von „inofiziellen“ amerikanischen Kreisen. Henry Kissinger, damaliger Außenminister der USA (und Friedensnobelpreisträger 1973!), sagte zu dem Putsch, dass er nicht von den USA ausginge, sie aber „die größtmöglichen Voraussetzungen geschaffen haben“. Die wirkliche Position Amerikas und ihre Einflussname, speziell des CIA, ist immer noch nicht wirklich ausgeleuchtet, fest steht aber, dass es massive Waffenlieferungen an das chilienische Militär, im Vorfeld des Putsches, gegeben hat. Hier entlang zum Weiterlesen »